Entsparen: Vom Vermögen leben
Reihenfolge der Verkäufe: FIFO clever nutzen
Beim Teilverkauf von ETF-Anteilen gilt in Deutschland FIFO: Die zuerst gekauften Anteile werden zuerst verkauft. Das bestimmt, wie viel Gewinn – und damit Steuer – bei jeder Entnahme anfällt. Wer die Reihenfolge kennt und mehrere Depots nutzt, kann steuern.
Aktualisiert am 22. Juli 2026 · 6 Min. Lesezeit
Was FIFO bedeutet
FIFO steht für First In, First Out: Verkaufen Sie einen Teil Ihrer ETF-Anteile, gelten steuerlich die zuerst gekauften als zuerst verkauft. Da diese ältesten Anteile in der Regel die größten Kursgewinne angesammelt haben, fällt bei den ersten Entnahmen tendenziell mehr steuerpflichtiger Gewinn an.
| Tranche | Kaufjahr | Kurs damals | Gewinn heute (Kurs 200) |
|---|---|---|---|
| 1 (wird zuerst verkauft) | 2010 | 80 | +120 pro Anteil |
| 2 | 2016 | 120 | +80 pro Anteil |
| 3 | 2022 | 170 | +30 pro Anteil |
Mehr Spielraum mit mehreren Depots
FIFO gilt je Depot. Wer denselben ETF in zwei getrennten Depots hält (z. B. eine „alte“ und eine „neue“ Tranche), kann gezielt aus dem Depot verkaufen, das gerade steuerlich günstiger ist. Auch der Aufbau über klar getrennte Tranchen verschafft Flexibilität in der Entnahmephase.
Freibetrag und FIFO zusammendenken
Realisieren Sie Gewinne bevorzugt bis zur Höhe des Sparerpauschbetrags – so bleibt ein Teil der ohnehin fälligen Gewinne steuerfrei. In Jahren mit niedrigem Einkommen kann zusätzlich die Günstigerprüfung helfen.
Welche Anlageklasse zuerst?
Neben „welche Anteile“ stellt sich die Frage „welcher Topf zuerst“. Eine verbreitete Logik in schwachen Börsenphasen: zunächst aus der Cashreserve entnehmen und Aktienanteile nicht im Tief verkaufen. In guten Jahren wird der Aktienanteil verkauft und die Reserve wieder aufgefüllt – das entschärft das Crash-Risiko.
Häufige Fragen
Quellen
- [1]FIFO-Prinzip bei Wertpapieren – Finanztip (2024)
- [2]Besteuerung von Kapitalerträgen – Bundesministerium der Finanzen (2024)